Information
Die Arbeit von Anke Schulz weist verschiedene Schwerpunkte auf - zunächst sind alle Gefäße frei auf der Scheibe aus Limogesporzellan gedreht, oxidierend bei 1300°C gebrannt und allenfalls innen glasiert. Die trockene pure Glätte der Oberflächen ist von großem taktilem wie optischen Reiz - das Verstecken unter Glasur hat hier keinen Sinn.
Die Formen beziehen ihre Gestalt aus verschiedenen Bereichen: Geometrische Grundformen wie Zylinder oder Halbkugel, Formen der Bronzezeit, asiatische Einflüsse und die stete Suche nach Gefäßformen, die keine modischen Merkmale aufweisen, sondern eine dauerhafte Gültigkeit haben. Die Gestaltung der Oberflächen erfolgt sparsam und gezielt, oft ist ausschließlich die durch das Drehen entstandene horizontale Struktur dominant. Feine blaue Linien werden als Intarsien eingelegt, Spuren des Abdrehens als Dekoration verwendet und begrenzte Bereiche mit Reliefs versehen.
Ein Schwerpunkt liegt in der Beschäftigung mit Texten. Hierbei werden ausschließlich zylindrische Gefäße mit Bleisatz gestempelt oder mit blauem Farbkörper bezeichnet. Die Texte sind nie auf einen Blick zu erfassen, häufig werden Schriften verwendet, die nicht sofort lesbar sind wie das Morse- oder Gebärdenalphabet oder sie sind spiralförmig um das Gefäß angeordnet.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beschäftigung mit Licht. Porzellan hat schon ohne zusätzliche Beleuchtung Transparenz, die sich bei Gefäßen im Rand oder in den Vertiefungen der Reliefs zeigt. Insofern liegt die Entwicklung von Beleuchtungskörpern nahe, mit der sich Anke Schulz auch in ihrer Examensarbeit an der Akademie für gestaltende Handwerke beschäftigte. Darüberhinaus arbeitete sie mehrere Jahre außerhalb der Keramik für Ingo Maurer und für Arno Leuchten. Neben den eher objekthaften lichtlein erstellte sie verschiedene Beleuchtungskonzepte für öffentliche wie private Räume, die auch als einzelne Produkte käuflich sind.
Vita
Anke Schulz
Geboren 1963
Ausbildung zur Keramikerin 1981–84
Steinzeug und Raku 1984–96
Beschäftigung mit Licht 1986–89
Studium Akademie für gestaltende Handwerke, Aachen 1997–2000
seit 2000 Werkstatt für Porzellan, Berlin